21.04.2024 - Jahreshauptversammlung mit anschließender Einweihung der Milchbank

Vereinsbericht und Einweihung
Milchbank der Kultur- und Heimatverein
Wüsteneutzsch e. V. berichtet ...
Am 21.04.2024 fand die Jahreshauptversammlung vom Kultur-
und Heimatverein Wüsteneutzsch e. V. statt. Mit dem
Verlesen vom Rechenschaftsbericht ließ der Vereinsvorsitzende
Ralf Heller das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren.
Viele Aufgaben und Projekte standen in 2023 auf dem Plan
des Vereinskalenders. Die alljährlichen Festlichkeiten waren die
Hauptthemen in den Festausschusssitzungen. Aber auch die
Kinder- und Jugendarbeit hat sich zu einem festen Bestandteil
entwickelt. Sehr erfreulich ist, dass sich der Festausschuss um
die Vereinsmitglieder Katja, Claudia und Susi erweitert hat und
auch Anke wieder aktiv mitwirkt. Eine Herausforderung bei der
Planung und Umsetzung vom Eichenfest 2023 waren die gestiegenen
Preise in der Gastronomie. An dieser Stelle einen Dank
an Herrn Hofmann vom Nahkauf Zöschen und Herrn Christian
Schaaf aus Wallendorf, für die gastronomische Betreuung und
Unterstützung. Weitere Höhepunkte in 2023 waren der Fastnachtumzug,
der Ausflug in den Kletterpark für die Vereinskinder, die
Ostereiersuche, das Pfingstmaienstecken, Bastelnachmittage,
Halloween sowie das Gedenken an die Kriegsopfer zum Volkstrauertag
im November. Mit der Weihnachtsfeier im Dezember
wurde feierlich auf ein gutes 2023 gemeinsam zurückgeschaut.
Der Vereinsausflug 2023 führte, anlässlich des 15-jährligen Jubiläums,
nach Memleben in die Kaiserpfalz und in den Erlebnispark.
Auch für Umwelt und Natur engagierte sich der Verein in
2023. Es wurden neue Bäume gepflanzt, Baumpatenschaften
vergeben, weitere Blumenzwiebeln gesteckt, die Insektenwiese
angelegt und Müll in der Wüsteneutzscher Ortschaft und Flur gesammelt.
Zudem organisierte der Heimatverein Wüsteneutzsch
zusammen mit dem Kreypauer Heimatverein mehrere Veranstaltungen.
Beginnend mit der 1. Kinderjagd im Januar 2023, folgte
im Februar ein Vortragsabend mit dem Landesamt für Denkmalpflege
und Archäologie Halle über die archäologischen Funde
entlang der Erneuerung der Gasleitung in der Kreypauer Flur.
Zudem organisierten die beiden Vereine eine Faschingsparty,
für alle Kinder aus den Ortsteilen Kreypau, Wölkau und Wüsteneutzsch.
Zum Jahresende folgte ein weiterer Vortragsabend, an
dem der Referent und Autor Michael Eile zur Saaleschifffahrt zwischen
Bad Dürrenberg und Merseburg berichtete. Einen Dank an
alle Mitglieder und Unterstützer vom Kultur- und Heimatverein für
das erfolgreiche Vereinsjahr 2023. Die Details zu diesen Aktionen
und Veranstaltungen können in den monatlichen Beiträgen im
Stadtanzeiger der Stadt Leuna nachgelesen werden.
Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung fand am
21.04.2024 die feierliche Einweihung der Milchbank, von manchen
auch Bauernstein bezeichnet, in Wüsteneutzsch statt. Der
Einweihung waren Sanierungsmaßnahmen und das Setzen einer
Info-Stele vorrausgegangen. Willfried Forst hatte sich in den
letzten Jahren mit der Historie der Milchbank auseinandergesetzt
und sich dazu mit einigen der älteren Einwohner ausgetauscht.
Mit einem kleinen Vortrag wurde die Zusammenkunft
an der Milchbank eröffnet: „ Wir alle kennen hier dieses aus
Betonteilen bestehende Ding seit vielen, vielen Jahren. Generationen
von Kindern des Dorfes haben es in ihre Spiele einbezogen.
Sogar Weihnachtslieder auf der Trompete, mit zugehörigem
Gesang, hat es hier schon gegeben, das ist ca. 40 Jahre
her. Bekannt im Dorf ist das Bauwerk als Bauernstein, obwohl es
nie ein solcher Ort für örtliche Verwaltungsangelegenheiten oder
Rechtsprechungen war. Dazu ist es auch zu jung. Wir stehen hier
vor der Wüsteneutzscher Milchbank. Sie diente zum Abstellen
der Milchkannen der milchviehhaltenden Betriebe des Ortes und
des leichteren Übernehmens durch den Transporteur. Es ist davon
auszugehen, dass alle hier an der Dorfstraße befindlichen
Gehöfte Milchkühe hatten. Für das Jahr 1935 werden z. B. für
den Hof Prautzsch 10 Stück Milchkühe angegeben. Hinzu kommen
noch Kälber, Jungrinder und 1 Zuchtbulle. Der Milch wurde,
mit der Zeit des 1. Weltkrieges beginnend, eine größere Bedeutung
für die Volksernährung zugeschrieben. Allerdings wurde auch vom Erzeuger bis zum Verbraucher ausgiebig gepanscht
und gestreckt. Außerdem waren die Hygienebedingungen nicht
mit Heute vergleichbar. Ein sog. „Reichsmilchausschuss“ sorgte
ab 1926 für eine geordnete Milchkontrolle und auch für Werbung
in Sachen Milch. Seit 31.07.1930 gab es dann das Milchgesetz,
welches den Umgang mit dem Grundnahrungsmittel
Milch streng regelte. Die nachfolgenden Vorschriften in beiden
Deutschen Staaten fußten auf dieser Vorschrift. Immerhin wurden
für die Bauern durch die Milch ca. 40 % des Einkommens
und das regelmäßig erreicht. Auf dem Gebiet der DDR bedingt
auch durch die Einwirkungen des Krieges und der Nachkriegszeit
kam es zu unzureichenden hygienischen Bedingungen in
den Sammelmolkereien. Somit wurden MKS, Brucelose und
gelber Galt als Tierkrankheiten befördert, da die Erreger durch
unzureichende Abtötung derselben nicht gut beseitigt werden
konnten. Das Stichwort war jetzt: „Sammelmolkerei“. Ich konnte
mich 2016 mit Günter Heine, Inge Meißner und Ingrid Ehrentraut
über unsere Milchbank unterhalten Früher erfolgte der Transport
zur Molkerei nach Lennewitz (für die jüngeren Vereinsmitglieder:
das ist in dem Gebäude gewesen wo sich jetzt rechts daneben
der Dönerimbiss befindet – gegenüber dem neuen Parkplatz am
Sportplatz Bad Dürrenberg). Für den Transport, so Günter Heine,
waren abwechselnd die Bauern zuständig. Nach Wegfall der
Lennewitzer Molkerei wurde die Milch nach Kötzschau gebracht:
späteres Eiweißfuttermittelwerk, jetzt Bikertreff, gebrannt hat es
dort vor wenigen Jahren auch schon mal. Für den Milchtransport,
dann in den 50er Jahren war die MAS genannt, aber auch
Herr Müller aus Schladebach. Mit der Kollektivierung der Landwirtschaft
entstanden größere Stalleinheiten, die örtlichen Ställe
wurden zunehmend nicht mehr für Milchvieh genutzt. Die Kötzschauer
Molkerei hat noch bis in die 60er Jahre existiert. Doch zurück
zu unserem Bauernstein: Nach Aussagen von Günter Heine
und Inge Meißner wurde dieser, in der heutigen Form, zwischen
1948 und 1951 errichtet. Verwendet wurden auch Teile aus den
umliegenden Flak-Einrichtungen. Es soll aber vorher ein hölzernes
Podest gegeben haben. Auf einer solchen Milchbank wurde aber
nicht nur die Rohmilch zum Abtransport bereitgestellt, sondern
die Bauern erhielten im Rücklauf auch Molke, Magermilch, etc. als
Futtermittel zurück. Noch abschließend zum Thema Milch: Es liegen
nun neuere Studien vor, die die positiven Eigenschaften von
Milch in Abrede stellen. So wird behauptet, je mehr die Milch verarbeitet
wird (erhitzt, pasteurisiert, homogenisiert) umso schädlicher
wirkt sie auf den menschlichen Körper. Aber Rohmilch hätte
auch Probleme wegen Bakterien und sonstiger hygienischer
Gründe. Manchen Krebs soll sie befördern, manchen Krebs eher
verhindern. Man kann auch den Eindruck haben, manche Studien
sind ideologisch besetzt: Kühe als Klimakiller…Zum Abschluss:
Das Ärzteblatt vom 04.03.2020 schreibt: Wo Milch getrunken
wird, sind die Menschen messbar größer und die AOK hat 2019
festgestellt, der Prokopfverbrauch betrug 25,6 Liter. Danke für die
Aufmerksamkeit! (Willfried Forst, 2024). Mit der Enthüllung der
Stele, sowie ein gemeinsames Gruppenbild an der Milchbank,
endete dieser Sonntag- Vormittag in Wüsteneutzsch.

...

Jana Heller
Kultur- und Heimatverein Wüsteneutzsch e. V.

(Auszug aus Leunaer Stadtanzeiger Nr. 5/2024, Seite 30ff)

 

04. April 2024 - Blues-Konzert in der Kirche zu Kreypau

Die Heimatvereine aus Kreypau und Wüsteneutzsch sowie der
Gemeindekirchenrat Kreypau hatten am 27. April 2024 zu einem
Novum in die Dorfkirche zu Kreypau eingeladen. Die Band
„Blues-Projekt-Vesta“ brachte vor dem interessierten Publikum
im voll ausgelasteten Haus eine top Darbietung ihres Könnens.
Bekannte Titel aus Blues, Rock und Soul bis hin zum „Westernhagen“
Lied: „Ich bin wieder hier …“ trafen auf ein begeistertes
Publikum, welches die Rhythmen aufnahm und applaudierte.
Die Band um Reinhard Weise, dreimal Gitarre mit Schlagzeug
und natürlich die beiden Sängerinnen sorgten mit der Interpretation
der Songs im eigenen Stil für ein akustisch sicher noch
nicht dagewesenes Klangerlebnis in dem ehrwürdigen, rund 500
Jahre alten Gemäuer. Für die Veranstaltung wurde kein Eintritt
erhoben, der geneigten Zuhörerschaft war der Abend aber einiges
an Spenden wert, die nun auch den Vereinen für das große
Heimatfest – 830 Jahre Kreypau/90 Jahre Feuerwehr/45 Jahre
Eichenfest – vom 16.08.2024 - 18.08.2024, in die Kasse fließen.
Wir wünschen der Band ein weiteres erfolgreiches Bestehen und
Kreypau vielleicht im kommenden Jahr einen erneuten Auftritt.
Willfried Forst
Gemeindekirchenrat Kreypau sowie
der Heimat- und Kulturverein Kreypau e.V. &
Kultur- und Heimatverein Wüsteneutzsch e.V.

 (Auszug aus Leunaer Stadtanzeiger Nr. 5/2024, Seite 29)

01.03.2024 - Vortrag mit Dipl. Geologe M. Laaß

Mit dem Titel "Krokodile, Urpferdchen und Bernstein: Zeitreise in den Braunkohlenurwald" fand am 1.3. ein Vortrag von unserem Vereinsmitglied Michael Laaß im DGH Kreypau statt. 

06.01.2024 - 2. Kinderjagd

2. Kinder-Jagd in der Kreypauer Flur -
die Vereine berichten
Das Jahr 2024 startete am 06.01.2024 mit der ersten gemeinsamen
Veranstaltung der Vereine aus den Ortschaften Kreypau/
Wölkau/Wüsteneutzsch. Bereits etliche Wochen zuvor begannen
Claudia Schmidt und Katja Heller mit den Vorbereitungen
und Absprachen für die 2. Kinderjagd. Mit großem Erfolg und
viel Begeisterung erlebten die Kinder der Ortschaften im Jahr
2023 die erste Kinder-Jagd und an den Erfolg sollte 2024 angeknüpft
werden. Das Erstellen eines Ablaufplans, die Besorgungen
für die Verpflegung, das Vorbereiten der Räumlichkeiten etc.
umfassen allerhand Aufwand und Zeit, die im Vorfeld gestemmt
werden müssen.
Mit Unterstützung einiger Eltern stemmte Claudia den Löwenanteil
der umfangreichen Aufgaben. Jedoch mit Blick auf die
strahlenden Kinderaugen, die sich am 06.01.2024 um 8:30 Uhr
am Dorfgemeinschaftshaus in Wüsteneutzsch einfanden, waren
alle Anstrengungen schnell vergessen. Für über 20 Kinder
(in Warnwesten und wetterfester Kleidung) begann die 2. Kinder-
Jagd mit einer Einweisung durch Claudia, die den Ablauf
und die Regeln für den Tag erklärte. Anschließend wurden die
Kinder in 3 Gruppen aufgeteilt. Während die großen Kids, allein
mit Hilfe von einem Kompass und Anweisungen, die einzelnen
Stationen aufsuchten, gab es für die kleineren „Jäger“ eine
Schnitzeljagd mit anschließendem Memory, einem Puzzle und
Dosenschießen. Aber auch Trittsiegel mussten den Tieren zugeordnet
werden. Auf der Tour wurden die Kleinen von Gwen,
Claudia und Kathrin begleitet. Nele & Matthias beaufsichtigten
das Bogenschießen der großen „Jäger“. Als weitere Aufgabe
mussten Fragen zum Thema Jagd, Flora und Fauna von den
Kindern beantwortet werden. Katja bereitet währenddessen
das Frühstück in Wüsteneutzsch vor. Jäger Daniel aus Kreypau
begleitete mit Freude die Kinder über den gesamten Tag hinweg.
Viel Freude bereitete den Kindern wieder der Fußmarsch
entlang des Kanals nach Kreypau in das Feuerwehrgerätehaus.
Die vielen Stunden zu Fuß, durch die Natur, machten Hunger.
Für Abhilfe hatten Jörg und Susanne inzwischen das Mittagessen
im Gerätehaus vorbereitet. Aber keine Jagd ohne Gesang,
ohne Jagdlied kein Schüsseltreiben. So stimmten alle in Claudias
„Horrido“ mit ein. Als Anerkennung für die Teilnahme und
zum Andenken an die Kinder-Jagd 2024 gab es für jedes Kind
eine Notfall-Pfeife. Am Ende wurden Claudia und Katja, umringt
von zufriedenen Kindern, eine Aufmerksamkeit als Dankeschön
überreicht.
Dem Heimat- und Kulturverein Kreypau e. V. sowie dem Kultur-
und Heimatverein Wüsteneutzsch e. V. vielen Dank für die
Unterstützung dieser Veranstaltung. Sowie allen helfenden Händen
ein Dankeschön, insbesondere an Claudia und Katja, die zu
diesem erlebnisreichem Tag für die Kinder beigetragen haben.
Aber auch den Eltern und Helfern vielen Dank, die im Anschluss
das Gerätehaus wieder in einen „betriebsbereiten“ Zustand gebracht
hatten. Mit einem Video über die Kinder-Jagd 2024 von
Micha, welches über die Vereine versendet wurde, konnten die Teilnehmer und Zuschauer diesen Tag noch einmal Revue passieren
lassen - vielen Dank an Micha.
Im Namen beider Vereine
Heimat- und Kulturverein Kreypau & Kultur- und Heimatverein
Wüsteneutzsch e. V.
Jana Heller

(Auszug aus Leunaer Stadtanzeiger Nr. 2/2024, Seite 36)